›Ich zuerst‹ und warum mich das nicht weiterbringt
Schreiben. Worte aus dem Bauch heraus in die Welt pusten. Sitzfleisch überstrapazieren. Im Tierfell mitgeschleppter Dreck und Blätter auf der Treppe ignorieren. Der Hund wartet mit gezieltem Blick, weil »nur noch ein Absatz« den Gang nach draußen verzögert. Der Kater springt vorwurfsvoll auf den Drehstuhl, der mit ihm kreiselnd die Realität nach vorne bringt. Der Kühlschrank ist leer.
Nachsicht
Die Toleranz der Tiere meiner Schreiblust gegenüber erstaunt mich immer wieder aufs Neue. Sie lässt mich an meiner eigenen zweifeln und führt mich zu der Frage: Wann wurde aus »Wir sind das Volk« ein »Ich zuerst und du geh weg«?
Während ich diese Worte in die Tasten tippe und die Nachrichten des Tages im Hinterkopf vorbei huschen, schwanke ich zwischen Glück und Angst.
- Glück, weil wir in Frieden leben dürfen und ich auf einem Spaziergang nicht weggebombt werde, sondern meine Wohnung, mein Familie, auf mich wartet – voller Wärme, Licht und einem mehr oder weniger vollen Kühlschrank.
- Angst, weil Missgunst und das Pochen auf die eigene, einzige Wahrheit das Glück verneint, in einem demokratischen Land leben zu dürfen.
Oftmals erscheint mir tierisch und menschlich in ihrer Bedeutung verdreht. Ich wünsche mir weniger Narzissten, Faschisten, Fundamentalisten, Allesbesserwisser, Allmachtbesessene, Egoisten, Wutverbreiter, Spalter, Lügner und Möchtegern-Gurus. Stattdessen mehr Selber-Denken und Freundlichkeit. Falls das gerade schwer fällt: Höflichkeit ist nicht nur eine Tugend, sie ist eine Lebenseinstellung. Ein Lächeln geht immer und läßt Gesichter selbst in der Nacht strahlen.
Nachtsicht
Das Buchfinale im Blick, jede Atempause birgt Gefahren und die Schönheit der Natur ruft nach uns. Ich gönne meinen Held:innen eine Pause, dem Kater sein Fressen. Der wartende Hund begleitet mich in eine Nacht voller unsichtbarer Geräusche, Wildschweindüfte, kitzelnder Spinnfäden, wehender Baumkronen, knacksender Ästen, fallender Blätter, unerkannter Schritte. Der Hund erstarrt einige Meter vor mir … und läuft schwanzwedelnd einem erschrockenen Eichhörnchen hinterher, während ich beruhigt weiter atme.
Nachtschicht
Die Treppe immer noch nicht gekehrt, dafür mein Handy voller Ideen-Sprachmemos, die sofort eingebaut werden wollen. Lektorin und Cover-Designer sind informiert, der Druck wächst. »Nur noch ein Absatz« rufe ich ins schlafende Haus und bin statt müde glücklich.
Das Finale von ›Terracliff – Cece und Darias Geheimnis‹
werde ich bestimmt nicht verraten. Im zweiten Band wird nicht nur die Freundschaft zwischen Cece und den Jungs auf die Probe gestellt. Auch ihre Freunde aus Terradisto halten sie auf Abstand. Doch das ficht Cece nicht an: Sie entwickelt ihren eigenen Plan und geht nach England. Julius reist nach und Nick hält die Stellung in Bonn. Ein schwerer Unfall und unerwiderte Liebe werden zu Nebenschauplätzen, weil Darias Machthunger bis nach Terracliff reicht. Ihr Geheimnis ist untrennbar mit der Entstehung von Terracliff verbunden und Cece wird zum Störfaktor. Als sie sich verliebt und über Jahrhunderte gewachsene Regeln in Frage stellt, bringt sie nicht nur sich selbst in tödliche Gefahr.
Termine
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- 13.08.2026, Lesung 16:30 Uhr, »Sommerleseclub« in der Stadtbibliothek (Jugendbereich), Kölner Str. 69-81, 53840 Troisdorf
- 12.09.2026, Klischee-Buchmesse, Wissenschafts- und Kongresszentrum Darmstadt, Schlossgraben 1, 64283 Darmstadt
- 19.09.2026, Lesung 16:00 Uhr, »Worte zur Torte« im Café Schlimbach, Ägidiusplatz 5, 53604 Bad Honnef (Ägidienberg)
- 24.09.2026, Lesung 19:00 Uhr, Dollendorfer Bücherstube, Heisterbacher Str. 60, 53639 Königswinter
- 26./27.09.2026, Buch- und Fantasymesse Pott Phantastika, Schloss Horst, Gelsenkirchen
In diesem Sinne, eure
Michaele Gruen