Jahresrückblick 2025: Von 180 auf Null und zurück

Autorin blickt vom Rheinsteig in die Weite

Auf Null gefallen bin ich bereits gegen Ende 2024. Daher springt mein Jahresrückblick 2025 ganz kurz nach 2024. Zu dem Moment, in dem ich erkannte, dass ich mich auch bei 180 %-igem Einsatz für meine Arbeit nicht selbst überlisten kann. Selbst überlisten insoweit, als dass mir der Sinn der Aufgaben, für die ich verantwortlich war und gut bezahlt wurde, verloren ging. Ein gerade mal 30minütiger Podcast zum Thema ›Werte | Wie wir erkennen, was uns im Leben wichtig ist‹ hat meine Selbstlüge entlarvt und die logischen Folgen daraus haben 2025 ihren Anfang genommen. Wobei auch das nicht ganz richtig ist, denn Autorin im Geiste war ich schon immer. Doch den Mut zu haben, das in die Öffentlichkeit zu tragen und ein Geschichte auf 384 Seiten festzuhalten, die seit zwanzig Jahren in meinem Kopf gewachsen ist, hat diesen Podcast gebraucht.

Warum es ein Fantasy-Buch geworden ist, das unsere Realität in Teilen kritisch beleuchtet, und was sich sonst noch so geändert hat, findet ihr in diesem Jahresrückblick 2025. Er soll nicht nur zeigen, was sich in meinem Jahr 2025 alles getan hat sondern auch die eine oder andere Inspirationsquelle für euch sein. Meine Inspirationsquelle für diesen Jahresrückblick 2025 war Judith Peters, auch bekannt als Sympatexter, wofür ich dankbar bin.

Realität & Triggerwarnung (klicken)

  • Magersucht
  • Rassismus
  • Mobbing
  • Bildungssystem
  • Entführungen & Mord

Meine Themen und Highlights in 2025

Glaubenssätze und wie ich sie loswurde

Lebensthema: Alles ist eine Geschichte wert. Also schreibe.

  • Glaubenssatz 1: Du darfst das nicht, geh‘ richtig arbeiten.
  • Glaubenssatz 2: Davon kann man nicht leben, geh‘ richtig arbeiten.
  • Glaubenssatz 3: Du liebst es zu organisieren, geh‘ richtig arbeiten.

Ich (und meine Schwester) sind mit der Glaserei unserer Eltern aufgewachsen – literally. Mittagessen, Hausaufgaben, Eltern-Kind-Gespräch – dafür musste die Mittagspause (13 bis 14 Uhr) genügen. Kundenanrufe am Wochenende oder nach Feierabend hieß oftmals auch: Papa verleugnen (Merke: Notlügen sind keine Lügen). Erst Schlüsselkind, dann Bürokind – selbstverständlich und selbständig. Krank wurde man nur am Wochenende – wenn überhaupt. Urlaube waren kurz und mit dem Auto erreichbar.

Aber, bevor mich jemand bemitleidet – ich habe alles geliebt und unsere Eltern haben uns geliebt. Es gab Grenzen, doch innerhalb dieser Grenzen waren wir frei. Wir hatten keine Helikopter-Eltern, jedoch Helikopter-Kunden. Dass das nicht normal war, habe ich erst in meinen Stuttgarter Jahren erkannt. Plötzlich kannte mich keiner. Niemand rief meine Mutter an, weil ich morgens verschlafen oder abends den letzten Bus verpasst habe – ganz zu schweigen von dem heimlichen Kneipenbesuch. Ich war F-R-E-I.

Doch die Glaubenssätze (siehe oben) waren tief im Innern verankert und der rote Faden meines Lebens.

Als Mutter von zwei Kindern, zwei Hunden, einem Pferd, einem Ehemann, zwei Elternratsposten, Party- und Nachbarschaftsorganisatorin einen Boreout zu erleiden – das schaffen nicht viele. Ich schon, denn das war ja keine ›richtige Arbeit‹. Also schnell ein bisschen studiert, dann gearbeitet und zwar – volle Pulle! Alles kein Problem, bis auf – naja – wie war das nochmal mit den eigenen Werten und dem Sinn?

Den Podcast ›Wie wir erkennen, was uns im Leben wichtig ist‹, hat all meine Glaubenssätze in Frage gestellt und ich musste sie in 2025 hinterfragen und irgendwann ablegen. Nicht einfach so. Das eigene Mindset zu ändern ist richtig Arbeit. In diesem Fall eine Arbeit mit Sinn.

Warum ich schreiben MUSS

Das war mir nicht von Anfang an klar. Meine erste Geschichte habe ich in der Grundschule geschrieben. Ungefähr ein dutzend Seiten statt der verlangten einen Seite. Die Worte – meine Gedanken – flossen unstoppable aus mir raus. Auch heute noch. Sie wollen geschrieben, um gehört zu werden.

Alle meine Geschichten bergen ein Geheimnis, manche davon tödlich (ich kann nichts dafür, die Geschichten verselbständigen sich oftmals). Ich habe Kurzgeschichten geschrieben (ein paar haben es in diesen Blog geschafft) und waren Spiegelbilder der jeweiligen, unserer Zeit. Wenn in der Geschichte Angel Heart der Mann starb, war die Frau die Böse? Warum redet zu Weihnachten jeder von Christi Geburt und nicht von den Müttern? Müssen sich Jugendliche nach unseren Vorgaben richten oder sich den Herausforderungen ihrer Zeit stellen? Das habe ich in meinem Fantasy-Debüt Terradisto zum Thema gemacht und wird sich im nächsten Band meiner Saga der Erdlinge fortsetzen (ET Sommer 2026).

Dann noch Blogs, genauer gesagt Homepages (WordPress gab es Ende der 90er noch nicht). Diese waren mal kritisch, mal liebevoll, mal informativ, und der Nährboden für alles, was mich gerade beschäftigte. Diese Blogs haben die Neuzeit nicht überlebt. Was überlebt hat ist mein Wille, meine Meinung kundzutun und für die Werte einzustehen, die mir wichtig sind: Respekt und Liebe. Demokratie. Verantwortung. Gleichberechtigung. Empathie. Artikel 1 unseres Grundgesetzes: ›Die Würde des Menschen ist unantastbar‹. Keine Macht dem Hater! Das macht Sinn.

Ein Buch schreiben ist …. Business

Gut, dass ich Fantasy schreiben, denn in diesem Bereich gehört auch meine Vision, mit dem ersten Band eine Autorinnen-Marke aufzubauen. Über Umsatz brauchen wir erst gar nicht zu reden.

Die Idee zur Geschichte ist über Jahre immer größer geworden. Was will ich erzählen und welche Kernaussage soll es haben? Nicht nur ich, auch die Charaktere sind gewachsen, manche sogar von der Neben- zur Hauptfigur. Es braucht viele Monate, bis ein Manuskript druckreif ist. Dann die Fallstricke, wenn man (ich) eine komplett neue Welt erfindet. Ist diese unterirdische Welt insich logisch und nachvollziehbar? Hat sie eine Zukunft und eine Vergangenheit? Das ist wichtig, denn egal wie gut die Story sein mag: Logiklöcher sind tödlich.

Das war der schöne, bereichernde Teil. All die Momente, wenn die Story und ihre Figuren vom Hirn über meine Finger in die Tasten fließen. Wenn du es zum x-ten Mal liest und immer noch Emotionen in dir erzeugen.

Fun Fact: Ratet mal, wie oft ich mein fertiges Manuskript, den fertigen Satz, das fertige Buch gelesen habe? Habt ihr eine Zahl? Dann drückt auf Play und hört, ob ihr Recht habt.

Jetzt der Business Teil: Lektorat, Abschlusskorrektur, Exposé, Anschreiben, Autorenvita, Textauszüge, Verlage auswählen, bis zu 6 Monate auf Antwort warten – wenn denn eine kommt, Social Media Marketing …. dabei will ich doch nur schreiben!

Entscheidung zum Selfpublishing

Als Gott die Geduld verteilte, stand ich hupend im Stau.‹ Wer auch immer dieses Zitat in die Welt gesetzt hat, er/sie/es hatte mich vor Augen.

Spaß beiseite. Ich wollte nicht länger warten. Nach ungefähr sechs Monaten des Wartens habe ich mich für Selfpublishing entschieden. Das bedeutet Investition. Lektorat und Abschlusskorrektur hatten wir schon, jetzt kommt noch Satzgestaltung und Cover sowie Marketing auf unterschiedlichen Plattformen hinzu …. dabei wollte ich doch nur schreiben!

Ich will reden – Wege zum ›Öffentlich werden‹

Ich bin Rheinländerin. In Köln geboren, bei Bonn aufgewachsen, jetzt wohnhaft in Bad Honnef. Das Reden wurde mir in die Wiege gelegt. Schriftlich, mündlich, englisch, händisch – völlig egal, ich erzähle einfach gern. Vorträge auf Veranstaltungen, z.B. im Base Camp Bonn bei einer BPW-Veranstaltung, bei Lesungen auf Messen oder Autor sucht Couch, Moderation von Seminaren und Schulungen – ich liebe es einfach, mit meinen Zuhörer:innen in Kontakt zu kommen.

Eine Rede habe ich für das Format ›Ungehaltene Rede einer ungehaltenen Frau‹ geschrieben und probegesprochen. Sie ist mir wichtig, auch wenn ich nicht zu den sechs Preisträgerinnen gehöre. Hierin bin ich die ›Problembär:in‹ und damit mehr oder weniger sarkastisch, wie wir Frauen immer noch – z.B. in Religion, Staat, Forschung – gesehen werden.

Triggerwarnung: Religion, Forschung und Politik sind hierin nicht die Helden.
Wer mich trotzdem zehn Minuten lang als ungehaltene Frau hören möchte – bitte schön:

„Problembär:in“ Ungehaltene Rede von Michaele Gruen

Mein 2025-Fazit

Worauf ich 2025 stolz bin?

Das ich – mal wieder – meine Komfortzone verlassen und ins kalte Wasser gesprungen bin, indem ich

  • einen gut bezahlten Job gekündigt,
  • mit mir selbst einen Autorinnen-Vertrag abgeschlossen,
  • ein Buch veröffentlicht und in die Buchhandlungen gebracht,
  • eine ungehaltene, kritische Rede eingereicht,
  • eine umfangreiche Website (zusammen mit meinem Sohn) gestaltet,
  • einen spontanen Messeauftritt professionell umgesetzt,
  • und einen Bearded Collie in unsere Familie geholt habe.

Was waren die besten Entscheidungen, die ich 2025 getroffen habe?

Endlich, endlich, endlich langgehegte Lebensträume zu erfüllen und damit Platz für weitere zu schaffen 😘

  • Offiziell als Autorin aufzutreten
  • Nicht nur ein, sondern viele Bücher zu schreiben
  • Das Bloggen wieder zu meinem weiteren Sprachrohr zu machen
  • Zeitfresser zu entdecken und zu eliminieren (das ist ein laufender Prozess)
  • Sparbücher zu plündern für
    • die Veröffentlichung des ersten Bandes meiner ersten Saga (die zweite Saga steht schon in den Startlöchern)
    • Wohnmobil für Reisen mit meinem Mann Norbert Grün (der beste Fotograf ever) und Knut natürlich
Familie Gruen mit Hund und Weihnachtsmännchen
Weihnachtsgrüße 2025 mit Immer-Dabei-Hütehund Knut

Meine wichtigste Lektion aus 2025?

Just do it – Always.

Mein Ausblick auf 2026

Mein Motto für 2026:

Schreiben. Schreiben. Schreiben.

Meine 3er-Ziele für 2026.

  • Meine 3 großen B’s umsetzen
    • Band 2 (Terracliff) veröffentlichen – mit oder ohne Verlag
    • Blog und Newsletter zu einem erfolgreichen Leben erwecken
    • Bühne – Lesungen und Reden vor Publikum
  • An 3 Ausschreibungen teilnehmen
  • Auf 3 Messen ausstellen
  • Reisen mit dem Wohnmobil
    • zur Inspiration für weitere Geschichten
    • lang vermisste Freunde besuchen
    • Für Messen und Lesereisen nutzen
  • Das Leben genießen

So können wir 2026 zusammenarbeiten:

  • Lesungen – auch in Kooperation mit weiteren Autor:innen – buchen
  • Gegenseitige Interviews mit Diskussion (gerne auch Pro & Contra) aufnehmen und veröffentlichen
  • Gegenseitige und wertige Reviews und Rezensionen schreiben

Zum Abschluss bleibt nur noch eins:

Guten Rutsch für Dich und Euch ins 2026!
Dann lesen wir uns wieder.

Eure Michaele Gruen

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Ella R. Finley

Hi Michaele,
ich bin beeindruckt, was du in deinem 2025 alles geschafft hast!
Besonders die Idee des Autorin-Vertrages mit dir selbst gefällt mir. Vielleicht kann ich das für mich irgendwie abwandeln. Deine Idee nehme ich auf jeden Fall mit in 2026.
Viel Erfolg & Freude mit deinen Zielen fürs nächste Jahr.
LG Ella

Anja Lamprecht-Löwe

Liebe Michaele,

ein schöner und bewegter Blick in den Rückspiegel. Auf dass Schreiben, Schreiben, Schreiben sich 2026 weiterentwickelt und du geniale Wohnmobil-Erlebnisse teilen darfst.

Liebe Grüße von Anja

Zuletzt bearbeitet am 6 Tage zuvor von Anja Lamprecht-Löwe
Heidi Stadler

Liebe Michaele!
Respekt dafür, dass du die sichere Arbeitsstelle aufgegeben und dich nun stärker dem Schreiben widmest!
Alles Gute für dich und 2026!

Andrea Karimé

Krass. Und gut, liebe Michaele, gratuliere für die Erfüllung der Lebensträume. Mich interessiert momentan auch sehr die Reflexion der Gegenwart durch Fantasy- bzw Futurefiction, auch eben im Kinderbuch. Das mit den Geheimnissen im Text hat mich auch sehr angesprochen. Beim Austausch wäre ich gern dabei. Und mein Motto: Weiterschreiben. Dir viele schöne W/orte 2025 gewünscht. Andrea

Cornelia

Ein spannender Jahresrückblick! Deine Entscheidung, raus aus der Komfortzone zu gehen, einen “Autorinnen-Vertrag” mit dir selbst abzuschließen und Selfpublishing anzugehen finde ich sehr beeindruckend! Ich wünsche dir von Herzen, dass dein Motto „Schreiben. Schreiben. Schreiben.“ für 2026 dich weiterhin beflügelt und dass all deine Pläne dich erfüllen und bereichern. Danke, dass du uns mitgenommen hast auf deine persönliche Reise.